Wednesday, 1. April 2009

Newt Talk

Schrödingers Katze. Solange eine Tatsache nicht exakt als ebensolche bewiesen ist, ist jeder frei, sich im Spielraum seiner eigenen Interpretationen zu bewegen. Soweit, so philosophisch. Auf Deutsch: Solange man die Box nicht öffnet, kann dort alles drin sein. Der Textdoctor hat hierzu eine tolle Theorie, in der es um die Existenz von Parallelwelten geht - was mein Gehirn dazu bringt, vor Freude Purzelbäume zu schlagen, denn wann bitte trifft man schon jemanden, mit dem man ganz ungestört über Katzen in Boxen und der damit zusammenhängenden Koexistenz von Parallelwelten philosophieren kann? (Wahrscheinlich nur im S.C.R. von Oxford nach einer Menge Absinth ...) Um diese Existenz (oder andere wichtige Sachen) zu beweisen, hat Schrödinger irgendwann Anfang des 20. Jahrhunderts seine arme Miezekatze in eine Box gestopft (wahrscheinlich nach einer Menge Absinth - für ihn, nicht die Katze). Dies hätte er gar nicht tun müssen. Er hätte sich verabreden und unterhalten sollen.

Man nehme ein paar Leute, die sich eher mäßig kennen, stopfe sie zusammen mit etwas gutem Essen an einen Tisch, gibt noch etwas guten Wein - je nach Geschmack - und eine Portion guter Stimmung dazu, und schon öffnen sich die verschiedenen Tore der verschiedenen Parallelwelten. Ganz von allein. Es braucht keine Teleskope, Geigersche Zählrohre oder zerfallende Atomkerne. Die einzige Ausrüstung, die man keinesfalls vergessen darf, ist die Sprache - welcher Ausprägung auch immer.

Ich kann nur jedem empfehlen, es auszuprobieren, und ich verspreche, es funktioniert. (Quasi: Selbstexperiment.) Bis vor circa drei Stunden wusste ich beispielsweise nicht, dass es eine Meisterschaft für das Drehen an den altbekannten Zauberwürfeln gibt. Gibt es. Zum Beispiel die Aachen Open - die erste offizielle Speedcubing-Meisterschaft in Aachen. Und es gibt tatsächlich Menschen, die hierfür - freiwillig, aus reinem Spaß! - Trainingswürfel haben und in ihrer Freizeit ganze Stapel von Karteikärtchen mit fein säuberlich aufgemalten Drehzügen mit sich herum tragen und auswendig lernen. Ich finde die Zauberwürfel-Parallelwelt toll. Und das tolle an diesen Welten ist, dass davon circa 100 Millionen verschiedene existieren und bevölkert sind. Und das noch viel bessere ist: man kann sie bereisen. Man muss nicht dort bleiben - denn in der eigenen ist es ja immer noch am schönsten, aber es gibt sie. Und man muss sich noch nicht mal impfen lassen, um dort hinzukommen ...

Für alle, denen es schwer fällt mir zu folgen und glauben, ich habe entweder zu viel Absinth hinter mir oder bräuchte mal Urlaub, hier etwas Referenzmaterial:

//en.wikipedia.org/wiki/Zagreus_(Doctor_Who_audio)
//cube.hackvalue.de/ao09/info-de
//de.wikipedia.org/wiki/Schrödingers_Katze